IG SAMOJEDE

Goniodysplasie-Glaukom

Goniodysplasie DLP

Bei einer Goniodysplasie handelt es sich um Veränderungen (Anomalien) der Abflussgewebes im Kammerwinkel des Auges. Hierzu eine Grafik mit dem Aufbau eines Auges:


In der hinteren Kammer wird das Kammerwasser durch den Ziliarkörper gebildet. Es dient der Formerhaltung des Augapfels (Bulbus) sowie der Ernährung von Linse und Hornhaut.

Von dort fliesst das Kammerwasser zuerst in die vordere Augenkammer, danach zum Schlemm-Kanal, welcher sich im Kammerwinkel zwischen Regenbogenhaut (Iris) und Hornhaut (Cornea) befindet.
Bevor es den Kanal erreicht, muss das Kammerwasser zuvor eine netzförmige Struktur, das Ligamentum pectinatum, passieren. Hierbei handelt es sich um ein starres, von Lücken (Stäbe) durchsetztes bindegewebenes Balkennetz.

 
Normaler Kammerwinkel: Zwischen der braunen Iris und der Hornhaut
zeigt sich die bäumchenartige Struktur des Kammerwinkels
  Veränderter Kammerwinkel bei schwerer Dysplasie. Der Kammerwinkel ist durch eine braune Gewebemasse verlegt. Ein Abfluss der Flüssigkeit aus dem Auge ist behindert, bzw. unmöglich
     

Gonio - Glaukom - Grüner Star

Als Goniodysplasie oder DLP (Dysplasitsches Ligamentum pectinatum) bezeichnet man eine angeborene Augenanomalie den Kammerwinkel betreffend. Dysplasie steht pathologisch für Fehlgestaltung oder Fehlbildung. Das bedeutet, dass diese Struktur im Kammerwinkel zu eng angelegt ist, durch die das in den Augenkammern befindliche Kammerwasser das Auge verlassen soll.

Sind nur vereinzelte Fasern dieser Abflussstäbe verengt, ist der Befund fibrae latae. Wenn gemäss ECVO (European College of Veterinary Ophtalmologists) nur wenige/einzelne verengte Stäbe gefunden werden (weniger als 25%) gilt der Befund als "not affected" (nicht beeinträchtigend).

In Fällen stärkerer Verdichtungen (Befund: laminae = teilweiser Verschluss des Kammerwinkels) kann sich das Kammerwasser in der hinteren Augenkammer ansammeln und bereits zu einer Erhöhung des Augendrucks (= Glaukom oder grüner Star) führen. Der erhöhte Augeninnendruck drückt auf den Sehnerv und beeinträchtigt die Blutversorgung der Nervenfasern, was zu irreparablen Schäden, d.h. zum Erblinden führen kann. Beim Befund L. pectinatum occlusio ist der Abfluss des Kammerwassers verschlossen.

 
 
Links: Intakter Sehnerv   Rechts: Erhöhter Augeninnendruck beeinträchtigt die Blutversorgung der Nerven. Der Sehnerv erscheint blass, exkaviert (ausgebuchtet) und die Gefässe verdrängt.
     


Die Abflussstörung des Auges hat bei diesem Samojeden zu einem chronischen Druc-anstieg geführt. Das Auge ist getrübt, massiv vergrössert und wird voraussichtlich erblinden. Glaukom ist zudem oft sehr schmerzhaft.

Diese Augenbefunde kommen gehäuft bei Huskys, Spanieln und Retrievern vor; aber auch öfters bei Samojeden. Bei festgestellter Goniodysplasie ist eine Weiterzucht meist nur mit der Auflage verbunden, dass der Partner goniodysplasiefrei sein muss, da es vererblich ist.

 

Goniodysplasie ist angeboren (fester Befund, keine erworbene oder verlaufende Krankheit, die sich verändern kann). Hingegen ist die mögliche Folge einer schweren Dysplasie (die Erhöhung des Augeninnendrucks > Glaukom) eine verlaufende Krankheit. Diese kann teilweise mit Medikamenten und operativ behandelt werden. Die Langzeitprognose bei Glaukom bleibt jedoch ungünstig.

Es gibt noch einen Sekundärglaukom, welcher sich durch andere Ursachen wie bspw. Linsenverschiebung (Linsenluxation), Augenverletzungen oder chronische Entzündungen im inneren Auge entwickeln können.



Weiterführende Links

SVK - Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin
Glaukom im Wikipedia (Erklärung für Humanbereich)
ECVO - European College of Veterinary Ophthalmologists (english)


ECVO Richtlinien von DLP-Befunden

ECVO ist die Europäische Universität für Tier-Augenärzte. Kopiert aus einer ECVO-Internetseite, ganzer Artikel unter: Guidelines and definitions to be used for the ECVO-certificate in the hereditary eye disease scheme of the ECVO.
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pectinate ligament : - fibrous bands radiating from the base of the iris and inserting into the inner surface of the cornea as the entrance of the aqueous drainage system.

pectinate ligament abnormality - presumed inherited, congenital ocular deformity of the pectinate ligament. It is characterized by inadequate and/or very small drainage openings, resulting in a potential obstruction of outflow. The outflow often appears to remain undisturbed for a long time. In a low percentage of cases the outflow is impaired, resulting in primary glaucoma. Three predominant types of involvement of the angle are to be distinguished, thus giving the owner and/or the breed club/society the opportunity to select animals on severity of the abnormality.

1. fibrae latae (FL; in which the normal part of the pectinate ligament fibre is too short and the abnormal part is broadened; also described as broad bands);

2. lamina (LA.; plates or sheets of continuous tissue, with very short remaining fibres in the angle);

3. occlusion (OC.; pectinate ligament totally closed, with flow holes, and narrowed angle and/or more shallow anterior chamber;

If only a few (less than 25%) fibrae latae are found, the judgement shall be: not affected; If more (25-50%) fibrae latae are found, the judgment shall be: undetermined. If more then 50% of the angle shows fibrae latae and/or abnormalities like laminae or occlusion, the judgment shall be: affected. The most severe type of involvement of both eyes is confirmative. Severity can be expressed using the boxes for mild, moderate or severe in the section descriptive comments. However, the severity of laminae or occlusion can never be less then moderate or severe.


©2009, Text+Fotos zusammengetragen von
Markus Weisshaupt, www.samojeden-kennel.ch

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