IG SAMOJEDE

Schlittenhundesport

Schlittenhunde- / Schneerennen


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Geschichte + Entwicklung

Die Geschichte der Schlittenhunde ist eng mit den Urvölkern des Nordens verbunden. Wo und wann Hunde erstmalig als Zugtiere vor den Schlitten gespannt wurde, ist nicht bekannt. Vermutet wird, dass bereits vor mehr als 3000 Jahren im nördlichen Sibirien nomadisierende Volksstämme auf die Tradition winterlicher Reisen zurückblickten und bereits Hunde zum Ziehen von Lasten eingesetzt hatten.

Die ersten Hundeschlitten, wie sie uns heute bekannt sind, wurden voraussichtlich von den Inuit in Nordamerika und Grönland gebaut. Im 19. Jahrhundert wurde er zum wichtigsten Transportmittel in den Polarregionen, besonders in Alaska und Sibirien. Verschiedenen Expeditionen und Forschungsreisen in die Arktis und Antarktis waren nur durch den Einsatz von Schlittenhunden möglich. Diese Hunde kamen hauptsächlich aus den Ursprungsgebieten sibirischer Völker, bspw. den Nenzen (Nentsy-Laika -> Samojede) oder den Tschuktschen (Tschuktschen-Laika -> Siberian Husky), sowie der grönländischen Inuit (Grönlandhunde). Mit der Erfindung des Schneemobils anfangs der 1920er Jahre und der Technisierung wurden die Schlittenhunde immer mehr verdrängt, obschon sie als zuverlässigstes Transportmittel gelten

 

Seppalas Team mit "Togo" im Lead

Am bekanntesten ist wohl das Serumrennen nach Nome der 20 Hundegespanne, die 1925 das Serum gegen eine Diphtherie-Epidemie von Nenana in das circa 1000 Meilen entfernte Nome transportiert hatten. Dank der Schnelligkeit der Huskys konnte die Epidemie gestoppt werden. Seit 1973 findet zum Andenken an dieses Ereignis jedes Jahr das Iditarod – Rennen statt.

Mitte der 50er Jahre kamen die Huskys nach Mitteleuropa und mit ihnen der Schlittenhundesport. Heute ist das Einspannen vor den Schlitten eine der vielen Möglichkeiten zur Umsetzung der Aktivitätsbedürfnisse, die dem nordischen Hund bei seinem Drang zu Laufen entgegen kommt.

Lesenswerter Artikel von Dr. Thomas Althaus über die Anfänge des Schlittenhundesports in Mitteleuropa. [3'938 KB]

 

Schlittenrennen

Die eigentliche Domäne des Zughundesports sind die Schlittenhunderennen auf Schnee. Wie bei den Laufsportarten der Leichtathletik unterscheidet man auch Schlittenhunderennen nach unterschiedlichen Distanzen. Man bezeichnet sie als Sprintrennen, Mitteldistanzrennen und Langstreckenrennen. Die Zuordnung einzelner Veranstaltungen zu einer dieser Kategorien wird regional unterschiedlich vorgenommen. So werden in Skandinavien und Nordamerika Rennen, die in Zentraleuropa als Mitteldistanz eingestuft werden, teilweise noch als Sprintrennen betrachten.

Sprint: na Bakira-Team, WM D-Frauenwald'07 Mitteldistanz: Kaneeli Team, A-Innerkrems'07 LanGdistanz: Don Duncan SerumRun, Alaska'07


Entsprechend der Länge eines Rennens steigt aus der Sicht der Organisatoren der Aufwand für die Ausrichtung der Veranstaltung. Daher werden in Mitteleuropa zahlreiche Sprintrennen und deutlich weniger Mitteldistanzrennen oder Langstreckenrennen angeboten.
In Europa gibt es inzwischen viele Sportverbände, in denen sich die Schlittenhundesportler organisieren. Die Zielsetzungen der Verbände sind etwas unterschiedlich. Grundsätzlich gibt es Reinrassigenverbände, bei welchen nur die offiziellen von der FCI anerkannten Schlittenhunderassen (Siberian Husky, Alaskan Malamute, Grönlandhund und Samojede) starten dürfen, sowie "offene" Verbände, bei denen alle Hunde (meist gezielt für den Leistungs-Zugsport gezüchtete Hunde wie Alaskan Husky, Europäischer Schlittenhund) eingesetzt werden können. Teilweise werden gemeinsame Rennveranstaltungen mit getrennten Wertungen durchgeführt.

Für den reinrassigen Schlittenhundesport gibt es zwei Internationale Dachverbände:
- FISTC, Fédération Internationale Sportive de Traineau à Chiens
- WSA, World Sleddog Association

Bei genügender Teilnehmerzahl werden bei den Reinrassigen separate Kategorien für Siberian Huskys sowie für die drei andern Schlittenhunderassen (Malamuten, Grönländer und Samojeden) gewertet, dies um den unterschiedlichen Leistungsmerkmalen der Rassen gerecht zu werden.

Von den vier Schlittenhunderassen ist der Samojede weder der schnellste noch der kräftigste. Auch fordert seine hohe Selbständigkeit, zuweilen Sturheit, bei jedem Rennen die Motivationsfähigkeit seines Mushers heraus.
Dafür ist der Samojede ein ausdauernder Traber und Arbeiter. Mit Samojeden Rennen zu bestreiten ist immer auch mit Herausforderung, Teamgeist und etwas Liebhaberei verbunden. Es wäre schön, auch in Zukunft noch viele arbeitswillige und motivierte Samojeden an den Starts zu sehen...

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Sprintrennen

Als jüngste Sportart (etwa seit den 1970er Jahre) entwickelten sich in Mitteleuropa die sogenannten Sprintrennen. Dabei gilt es, kürzere Distanzen von circa 7 bis 22 km (abhängig der Gespanngrösse) in kürzester Zeit zu absolvieren. Derselbe Trail muss an zwei, bei gewissen Veranstaltungen (bspw. Europa-/Weltmeisterschaften) an drei Tagen hintereinander gefahren werden.

Bei den Reinrassigen werden die Siberian Huskys in den Klassen D1 bis O1, die Samojeden (zusammen mit den Grönlandhunden und Alaskan Malamuten) in den Klassen D2 bis O2 separat bewertet. Somit sind in den "2er"-Klassen die eher kräftigeren, trabenden Rassen zusammengefasst - dort wo der Samojede sportlich am besten aufgehoben ist. Abhängig der Anzahl Hunde im Gespann werden die Rennen in folgende Klassen aufgeteilt:

D1/D2: 2 Hunde C1/C2: 3-4 Hunde B1/B2: 5-6 Hunde
A-Kategorie: 7 - 8 Hunde O-Kategorie: 9 und mehr Hunde


Durch diese Einteilungen ist es attraktiv, bereits mit 2 Samojeden an einem Schneerennen zu starten und sich über die D2-Kategorie den Zugang zu diesem faszinierenden Sport zu erarbeiten. Spass und Freude für Hund und Musher sollen dabei im Vordergrund stehen. Wichtig für das Wohl der Hunde ist jedoch immer, dass diese entsprechend von jung an für das Ziel "Zugsport" erzogen, aufgebaut und auch trainiert werden. Interessierte sollen sich bei erfahrenen (Samojeden)Mushern frühzeitig erkundigen und von deren Erfahrungen profitieren.

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Mittel- / Langdistanzrennen

Im Zelt bei -18°C - auch eine Herausforderung für

Mitteldistanzrennen

Dann gibt es die Mitteldistanz-Disziplin, bei welcher je nach Verband mittlere Distanzen ab 25 bis 40 km gefahren werden. Diese Rennen können einen Tag oder auch über mehrere Etappen dauern. Ab einer bestimmten Gesamtkilometerleistung (ab 100 bis 150 km) werden die Rennen in Mitteleuropa bereits als Langdistanzrennen (siehe unten) gezählt.

Mitteldistanzrennen im Alpenraum können teilweise topografisch bereits recht anspruchsvoll sein. Es ist auch möglich, dass zwischen mehreren Etappen Biwaks errichtet werden müssen, was insbesondere auch für den Musher zusätzliche Herausforderung darstellen kann. Ab der Mitteldistanz gibt es bereits erweiterte Vorschriften für Schlitten und Ausrüstung. Die jeweiligen Vorgaben sind bei den Rennveranstaltern und den Verbänden abzuklären. Klassische Rennorte für MD-Rennen sind bspw. in Deutschland Haidmühle, Nesselwängle; in Österreich Inzell, Innerkrems, in der Schweiz Gryon.

 
MD TransAlp 2010: 7-Etappenrennen über ca. 150km/6000Höhenmeter. Andi Akerets Team am Start



Streckenplan Polardistans

Langdistanzrennen

Rennen wie z.B. das Iditarod und Yukon Quest nennt man Long Trail- oder Langdistanzrennen (LD-Rennen), die über mehrere Etappen und grössere Gesamtstrecken führen. Vergleichbare LD-Rennen wie das Iditarod (von Anchorage nach Nome über rund 1800 km/24 Etappen) gibt es in Europa nicht.

Weniger bekannt, aber nicht weniger anspruchsvoll ist zum Beispiel das Finmarksløpet in Nord-Norwegen. Es ist das nördlichste LD-Rennen der Welt und wird jährlich anfangs März in zwei Kategorien ausgetragen. Die 8-Hunde-Gespannklasse mit einer Strecke von 500 km und der 14-Hunde-Gespannklasse von 1000 km. Das Finmarksløpet findet unter nahezu arktischen Klimabedingungen statt und stellt an die Musher, Hunde, die Vorbereitung und das Material höchste Anforderungen.

 

Don Duncans 12er-Team am Serum Run 2007

Es werden verschiedene LD-Mehretappenrennen im Alpenraum, in Skandinavien und Europäischen Mittelgebirgen ausgetragen, die über eine bestimmte Gesamtdistanz führen und deshalb zu den LD-Rennen gezählt werden. Hierzu gehören beispielsweise der Alpentrail, Polar-Distans, Pirena oder das Trans-Thüringia.

LD-Rennen werden normalerweise ab acht Hunden gefahren. Die Hunde dürfen während eines Rennens nicht ausgewechselt werden (gilt übrigens für alle Rennen, ob Sprint, MD oder LD). Verletzt sich ein Hund, startet das Team am folgenden Tag mit einem Hund weniger. Die Hunde stehen selbstverständlich bei jedem Rennen unter ständiger tierärztlicher Kontrolle.

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Themenlinks Schlittenhundesport

In Deutschland und Österreich gibt es Dachorganisationen, in welchen verschiedene Verbände des Schlittenhundesports für reinrassige Hunde zusammen geführt wurden. Diese Verbände sind teilweise Mitglieder bei der WSA oder der FISTC und tragen ihre Rennen nach den entsprechenden Reglementen aus. Diese Rennregeln können Sie bei den jeweiligen Verbänden anfragen, teilweise auf deren Webseiten abrufen.

AGSD - Arbeitsgemeinschaft Schlittenhundesport Deutschland (WSA-Mitglied, 18 Verbandsmitglieder mit rund 1'100 SportlerInnen!)
SSVÖ - Schlittenhundesportverband Österreich (FISTC-Mitglied)
VRSÖ - Verband für reinrassigen Schlittenhundesport und Nachwuchsausbildung in Österreich (unabhängig)

Weitere Verbände für reinrassigen Schlittenhundesport:
Deutschland:
AGSD - Liste der einzelnen Mitgliedsverbände (WSA)
SRSD - Sportverein reinrassiger Schlittenhunde Deutschland (WSA)
SSD - Schlittenhundesport Deutschland (fistc)
Österreich:
BSSC - Burgenländischer Schlittenhundesportclub (fistc)
ÖSHS - Österreichischer Schlittenhundesportclub (fistc)
RSSC - Reinrassiger Schlittenhundesportclub (WSA)
ISRS - Int. Sportclub reinrassiger Schlittenhunde (fistc)
Schweiz:
cscpt - MCS - Musher Club Suisse (WSA)
SSK - Schweizerischer Schlittenhundesport-Klub (WSA)

Interessante Seite, die etwas breiter auf den Zughundesport eingeht:
GO! Zughundesport


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BILDERGALERIE


Team Arcanas von Tuuli, Breuleux - www.samojede.ch


IG-Treffen Ostern 2009: Samojeden-Stake-Out


Team Kaneeli, Urnerboden09 - www.kaneeli.de


Heidrun in Innerkrems - www.samojeden.at


Ueli Geber mit seinen Norwegern - www.wuffel.ch


Andreas Jost mit seinen Vieren...

Team Sápmi Spirit - www.samojeden-kennel.ch


Team na bakira - www.samojeds.ch


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