Sport- und Outdoorpartner
Schon seit jeher wurden die Stammhunde der heutigen Samojeden in ihren Ursprungsgebieten in Westsibirien vielseitig verwendet, d.h. entsprechend der Lebensweise und den Bedürfnissen der jeweiligen samojedischen Volksstämme eingesetzt. Zu den Hauptaufgaben gehören das Hüten und Beschützen der Rentierherden sowie die jagdliche Verwendung, bei welcher die Hunde die aufgestöberte Beute anzeigen. Während in den Weidgebieten in den Sommermonaten meist das Ren als Zugtier genutzt wird, werden die Samojedenhunde im Winter sowie in der nördlicheren arktischen Tundra, wo Rentiere wegen der fehlenden Nahrungsgrundlage nicht überleben können, als Zughunde vor den Schlitten gespannt.
ausdauernd, robust + selbständig
Was jeden gesunden und wesensstarken Samojeden auszeichnen sollte, ist die hohe physische Ausdauer, die natürliche Robustheit und eine hohe Eigenständigkeit. Alle Ursamojeden waren grundsätzlich Arbeitshunde. Und nicht ohne Grund wurden für verschiedene Polarexpeditionen (Amundsen, Nansen, Jackson-Harmsworth, "Stella Polaris"-Expedition usw.) Samojeden als zuverlässige Schlittenhunde mitgenommen. Dieser auch heute noch vorhandene Arbeitswillen und die Ausdauer der Hunde müssen bei der Haltung unbedingt berücksichtigt werden. Nur mit täglichen Spaziergängen und ab und zu mal Hundesportplatz oder Agility wird man den Möglichkeiten und den Bedürfnissen dieser Rasse normalerweise nicht gerecht.
vielseitig - dennoch kein Allrounder
Die unterschiedliche Nutzung dieser Ursamojeden ermöglicht es, den heute bei uns gezüchteten Samojeden vielseitig beschäftigen zu können, weshalb nebst dem Schlittenhundesport und der Zughundearbeit auch andere hundesportlichen Aktivitäten möglich sind - vorausgesetzt, dass man ihn einerseits physisch auslastet und andererseits die Eigenheiten seines selbständigen Charakters akzeptiert. Denn trotz seiner Vielseitigkeit ist der Samojede aus zwei Gründen kein kynologischer Allrounder; weil er keine hohe Unterordnungsbereitschaft und Führigkeit sowie eine wenig kanalisierte Triebveranlagung aufweist.
herausfordernder Outdoorpartner
Schlitten- und Zughundesport sowie ausgedehnte Trekkings, Touren und Wanderungen, auch mit Hundepacktaschen, sind Outdooraktivitäten, für die sich ein standardkonformer Samojede jederzeit begeistern lassen sollte. Bike- und Roller-Jöring oder auch Canicross sind ideale Sportarten, um diese ausdauernde Rasse fast überall und regelmässig physisch auslasten zu können. Letzteres insbesondere auch für Besitzer von einem oder zwei Hunden, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, sich ein Schlittenhundegespann zu halten. Der Samojede ist kein Sprinter, sondern ein Ausdauersportler, der sich für ausgedehnte (auch lange, mehrtägige) Aktivitäten ideal eignet, sofern er entsprechend aufgebaut und trainiert wird.
Es ist schade, dass der Samojede immer seltener auf den Rennplätzen anzutreffen ist und immer mehr Samojeden als Begleit- und Familienhunde gezüchtet und verkauft werden. Die IG Samojede will deshalb hauptsächlich über Sport und Outdooraktivitäten informieren, mit dem Ziel, den Samojeden als wesensstarken und leistungsfähigen Schlitten- und Arbeitshund zu fördern und für die Zukunft zu erhalten. Informationen über andere Aktivitäten mit Samojeden finden Sie auf verschiedenen Webseiten anderer Züchter und Zuchtorganisationen.
90er-Regel
Ein eigentliches Arbeiten im Sinne von Zugarbeit (Schlitten, Wagen, Bike/Roller, etc.) ist jedoch nur sinnvoll wenn die Temperaturen und die relative Luftfeuchtigkeit dies ermöglichen, d.h. dem Hund nicht schaden.
Als einfach Richtlinie kann die 90er-Regel angewendet werden.
Temperatur mal zwei + rel. Luftfeuchtigkeit in %
= MAXIMAL 90
Beispiel: 15° Celsius / rel. LF 70%
-> 2 x 15 = 30 plus 70 = total 100
Ab "90" sollte auf ein intensives Training (und eigentlich auch auf ein Rennen) mit Samojeden verzichtet werden, damit die Hunde nicht überhitzen.
Andere Aktivitäten sind auch über "90" möglich, ebenso das leichte Arbeiten ohne Druck/Ehrgeiz. Auch hier gilt: Nicht jeder Samojede ist gleich konditioniert. Der Halter steht in der Verantwortung, die Möglichkeiten seiner Hunde einzuschätzen und deren Zeichen und Grenzen zu erkennen!



